Was ist Diabetes

 

Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, die durch zu hohen Blutzucker gekennzeichnet ist. Dabei kann die Bauchspeicheldrüse nicht mehr genügend oder kein Insulin produzieren, sodaß der Zucker von den Körperzellen nicht in Energie umgewandelt werden kann.

Dieser Typ-1-Diabetes ist bei Hunden am häufigsten.

Bei gesunden Hunden liegt der Blutzucker zwischen 60 und 120 mg/dL.
Diabetische Hunde sollen bei guter BZ-Einstellung Werte zwischen 100 und 200 mg/dL aufweisen.


Hunde müssen mit Insulin behandelt werden, d.h. sie werden 2x täglich gespritzt.
Es gibt ein speziell für Tiere entwickeltes Insulin (Caninsulin). Bei Problemen mit diesem Insulin kann man auch einige für Menschen entwickelte Insuline verwenden. Die besten Erfahrungen wurden mit der Basis-Bolus-Therapie mit Lantus (Langzeit) und Actrapid (Mahlzeiten) gemacht die auch von Fachtierärzten eingesetzt werden.

Je gleichmäßiger und konstanter das Leben eines diabetischen Hundes verläuft, desto besser ist es. Dadurch wird die BZ-Einstellung leichter und kann gut über einen langen Zeitraum erhalten werden.
Konstante Fütterungs- und Spritzzeiten, konstante Fütterung (Zusammensetzung, Menge), Spaziergänge von etwa gleicher Länge zu etwa der gleichen Tageszeit usw.
Natürlich läßt sich das nicht immer so in unseren Alltag integrieren, aber man darf nie vergessen, daß jede Unregelmäßigkeit den Blutzuckerspiegel beeinflussen kann.

WICHTIG

Diabetische Tiere dürfen keine cortisonhaltigen Medikamente erhalten (sei es eine cortisonhaltige Salbe , selbst Augentropfen mit Cortison können den BZ Spiegel beeinflussen.). Ausnahmen sind in speziellen Fällen mit dem TA abzusprechen.

Sie dürfen keine zuckerhaltigen Medikamente erhalten (in vielen Antidurchfallmedikamenten ist Zucker enthalten und in vielen Medikamenten, bei denen man es nie für möglich gehalten hätte, also immer die Zusammensetzung lesen und gegebenenfalls mit dem TA besprechen).

Es treten häufig Harnwegsinfekte auf darauf sollte man besonders achten.

Ein diabetisches Tier ist abwehrgeschwächt und daher anfälliger für andere Erkrankungen. Man soll darauf im Alltag Rücksicht nehmen (z.B. nach Regen gut abtrocknen, Kontakt mit kranken Tieren vermeiden, ...).

WELCHE FOLGEERKRANKUNGEN GIBT ES

Die meisten diabetischen Hund erblinden im Laufe der Zeit. Manche früher, manche später, manche tun sich schwerer damit, manche leichter. Gemeinsam kann man dieses Problem aber meistern.
Es kann zu Leber und Nierenschädigungen kommen.
Auch Probleme im Zahnbereich können verstärkt auftreten (Entzündungen) sowie Probleme bei der Wundheilung.

 

Diabetes bei Bino

 

Bevor Diabetes durch eine Blutuntersuchung bei Bino diagnostiziert wurde,stellte ich folgende Symptome fest:

  • übermäßiges Trinken

  • großen Hunger

  • übermäßiges Urinieren

  • Kot absetzen im Schlaf

  • Müdigkeit

Bei der Blutuntersuchung wurde ein stark erhöhter Glukose Wert und ein stark erhöhter Fructosamin Wert festgestellt. Ein erhöhter Glukose Wert allein sagt aber noch lange nichts über einen eventuell bestehenden Diabetes aus.Wichtig ist auch ein erhöhter Fruktosamin Wert.


 

Ich begann sofort mit der Nahrungsumstellung und der Insulingabe mit Caninsulin.Ein speziell hergestelltes Insulin für Hunde und Katzen,das je nach Körpergewicht dosiert wird.(2x am Tag im Abstand von 12 Stunden,(nach dem füttern )Dabei ist es immer sehr wichtig mit einer geringeren Dosis zu beginnen und sich langsam an die passende Dosis heran zu arbeiten.Die meisten Tierärzte beginnen sofort mit der normalen Dosis und wundern sich warum die Blutzuckerwerte nicht besser werden.Das kann mit dem sogenannten Somogy Effekt zusammen hängen.Wichtig in der Einstellungsphase ist das messen des Blutzuckers,was selbst von einem Laien sehr gut erlernbar ist.(Viele Tierärzte sehen es nicht gern,wenn Tierbesitzer Eigeninitiative ergreifen ,hab ich selbst erlebt).Es gibt sehr gute Meßgeräte ,wie das Accu Chek Aviva für größere Hunde oder das Freestyle Mini,das sehr gut für Tiere geeignet ist.Man sollte nur immer beim gleichen bleiben.Ich habe Bino teilweise bis zu 15 mal am Tag den Zucker gemessen und alles in ein Tagebuch geschrieben ,auch was ich gefüttert habe und wieviel,wie lang er Gassi war und selbst nach dem ruhen. So konnte ich genau nachvollziehen, wie und auf was er mit hohen oder niedrigen Zuckerwerten reagiert,dies ist alles sehr wichtig und man lernt sehr schnell was man dem Hund zumuten kann und was nicht.

 

 


 

Da Bino sehr schlecht auf das Caninsulin ansprach,entschied ich mich mit Hilfe des damaligen Tierdiabetes Forum(gibt es leider nicht mehr)auf Humaninsulin(Lantus und Actrapid) umzustellen.Der Vorteil bestand darin das dies getrennte Insuline sind und ich mich nicht mehr an die festen Futterzeiten (alle 12 Stunden) halten mußte. Lantus ist ein Langzeitinsulin,das genau wie Caninsulin alle 12 Stunden nach Gewicht gespritzt wird,unabhängig vom Futter.Actrapid ist ein Kurzzeitinsulin was Bino nach dem füttern bekommen hat um die Kohlenhydrate abzufangen und somit eine Erhöhung des BZ Spiegels zu vermeiden.Natürlich wird dieses Insulin auf die Kohlenhydrate abgestimmt und nicht nach Körpergewicht.Das klappte so super ,das ich Bino bald auf physiologische Werte einstellen konnte und er sich wieder sehr gut fühlte.Natürlich habe ich ihn aber auch auf anders Futter umgestellt(Trockenfutter ist tabu für Diabetiker),ich habe angefangen für ihn zu kochen .Das klingt nach viel Arbeit,war es aber keinesfalls und ich konnte ihn auch noch gesund ernähren(denn ich wußte was im Futter drin ist,was man bei Fertigfutter nie weiß).

Alles in allem ist es sehr wichtig,einem Diabetiker die nötige Therapie zukommen zu lassen.Ohne Insulin würde ein Tier das an Diabetes erkrankt ist,genau wie ein Mensch,sterben.

Sollten Sie Fragen zum Thema haben,dürfen Sie gern mit mir Kontakt aufnehmen.

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