Balu´s Bandscheibenvorfall

 

 

Ich weiß nicht wie es passieren konnte,aber es mußte wohl so kommen......

Nach einer langen Woche Arbeit fuhr ich am Montag dem 08.02.2010 ins Tierheim um meinem Kollegen noch einige wichtige Sachen zu sagen bzw. ihm beim Tierarzt zu helfen.

Als das erledigt war,wollte ich gleich mit Lucan und Balu im angrenzenden Wald einen Spaziergang machen,den wir uns alle verdient hatten.Tage zuvor hatte es wieder viel geschneit und die Wege waren teilweise schon sehr glatt.

Die beiden tobten durch den Schnee und ich sah ihnen glücklich zu,ach wie schön dies zu genießen....

plötzlich rutschte Balu aus......ich war sofort bei ihm und half ihn wieder hoch.....danach humpelte er leicht hinten links und ich beschloss zum Leidwesen von Lucan,der Schnee über alles liebte, umzukehren und Heim zu fahren.

Zuhause angekommen,wurde die Lahmheit bei Balu schlimmer und ich gab ihm sofort ein Schmerzmittel in der Hoffnung,das es sich wieder bessert und er sich vielleicht nur gezerrt hatte.

2 Stunden später ging fast gar nichts mehr,Balu konnte nur noch mit viel Mühe aufstehen und der Schmerz war ihm ins Gesicht geschrieben....

Ich habe sofort die beiden ins Auto geladen und bin in unsere Tierklinik gerast.Dort angekommen konnte Balu nur noch mit Unterstützung laufen.Als wir endlich dran kamen,stellten die Ärzte Ausfallerscheinungen der hintern Gliedmaßen fest.Die Diagnosen lauteten: Bandscheibenvorfall oder Rückenmarksinfarkt,wobei mir nach heutiger Sicht letzteres lieber gewesen wäre.

Der Tierarzt meinte das beide Krankheiten sich ähneln ,nur die Prognosen nicht.Beim Rückenmarksinfarkt würde sich Balu innerhalb von einigen Wochen und konservativer Behandlung wieder regenerieren,was beim Bandscheibenvorfall nicht der Fall wäre und sie mir nahe legten,sollte dies der Fall sein ihn zu erlösen??!!!Einen so alten Hund würde man nicht mehr operieren(Warum? Kosten-Nutzenfaktor? Vielleicht lebt er nur noch ein Jahr und die OP ist zu teuer ?Lieber neuen Hund kaufen für das Geld? Hää?? Ich habe es nie erfahren).

Auf jeden Fall fuhr ich mit beiden Hunden wieder heim,nur der eine davon war zugepumpt mit Schmerzmittel und Cortison.Balu war mittlerweilen nicht mehr gehfähig,er hatte im hinteren Bereich komplette Lähmungen.Ich trug ihn aus dem Auto ins Haus und legte ihn in sein Bett.(Wer sagt das eine Frau einen fast 40 kg Dobermann nicht tragen kann der lügt,mit viel Adrenalin in den Adern geht alles)

Da lag er nun,mein Bube konnte sich nicht mehr bewegen und in meinen Kopf lief ein Film ab....einschläfern,ja ...nein.....???? Hilfe,ja wer hilft mir jetzt....???Soll ich abwarten,vielleicht ist es ja wirklich nur ein Infarkt und es wird wieder,aber wenn nicht, dann ist Balu jede vergangene Stunde dem Tod ein bisschen näher,denn einen Bandscheibenvorfall sollte innerhalb von 24 Stunden operativ behandelt werden,nur so ist die Prognose sehr günstig.

So setzte ich mich an den PC und ließ ihn heiß laufen,bis ich auf die Seite der Tierneurologie stieß www.tierneurologie.de

So schnell war ich noch nie am Telefon und rief dort an,wider Erwarten hatte ich sogar gleich den Tierarzt an der Strippe.Ich erzählte alles im Detail und gab den momentanen Zustand von Balu durch.Er sagte wir sollen morgen kommen und er würde sich Balu genau anschauen.

Die ganze Nacht habe ich nicht geschlafen,Balu ging es schlecht,er konnte nicht mehr aufstehen,konnte alleine nicht mehr laufen,ich hatte so Angst um ihn....

Am nächsten Tag setzen wir uns ins Auto und fuhren nach Würzburg.Wir wurden sehr freundlich empfangen.Nach einer kurzen Untersuchung,wurde bei Balu ein CT gemacht,was ans Tageslich brachte,was ich schon geahnt hatte...einen kompletten Bandscheibenvorfall,der auf´s Rückenmark drückte was bei Balu entsetzliche Schmerzen und Lähmung verursachte.

Der Arzt sagte das nur noch eine OP helfen kann und das er durchaus eine gute Chance hätte ,wieder laufen zu können.So entschieden wir uns ,unseren alten Knaben operieren zu lassen.Wir mußten Balu in der Klinik lassen,wo er sofort für die OP vorbereitet wurde.Der Arzt versicherte uns,sich sofort zu melden,wenn die OP vorbei ist.

So fuhren wir wieder nach Hause,und hofften und .....beteten....

Um 20.00 Uhr kam der erlösende Anruf,Balu hätte die Operation sehr gut überstanden,es wäre eine gute Entscheidung gewesen,denn wenn wir noch länger gewartet hätten,wäre das Rückenmark zu lang komprimiert gewesen und die Heilungsaussichten sehr fraglich gewesen.Uns fiel ein Stein vom Herzen und vor allem freuten wir uns das wir Balu schon am nächsten Tag wieder Heim holen dürften.

Zu diesem Zeitpunkt wußten wir allerdings noch nicht was für eine anstengende Zeit noch vor uns und Balu lag.

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